Additive von Effenberger
Heizöl Diesel Additive Schmierstoffe

Energienews

EIA hebt Ölpreisprognose - Rohöl bleibt vorerst teuer - Entspannung für Ende 2. Quartal 2027 in Aussicht (15.10.2026)

Sinnbild für Preisprognose (Computerchart)Die Aussichten für den internationalen Ölmarkt haben sich zuletzt deutlich verändert. Die U.S. Energy Information Administration (EIA) hat in ihrem am 6. Oktober 2026 veröffentlichten Short-Term Energy Outlook ihre Prognose für die Rohölpreise spürbar angehoben. Für das vierte Quartal 2026 erwartet die US-Energiebehörde nun einen durchschnittlichen Brent-Preis von 105 US-Dollar je Barrel. Das sind 14 Dollar mehr als noch in der September-Prognose. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die EIA mit einem durchschnittlichen Brent-Preis von 96 Dollar je Barrel. Im September waren es noch 91 Dollar. Noch deutlicher fällt die Korrektur für 2027 aus: Hier wurde die Prognose von 74 auf 84 Dollar je Barrel angehoben.

Hauptgrund für die höheren Preisannahmen sind die anhaltenden Einschränkungen der Ölversorgung aus dem Nahen Osten. Neben Produktionsausfällen sorgen Probleme bei wichtigen Exportrouten sowie höhere Transport- und Versicherungskosten für zusätzliche Belastungen. Auch die weltweiten Ölvorräte spielen eine wichtige Rolle. Nach Berechnungen der EIA gingen die globalen Bestände im dritten Quartal 2026 durchschnittlich um rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag zurück. Für das vierte Quartal erwartet die Behörde einen weiteren Rückgang um durchschnittlich 0,7 Millionen Barrel täglich. 

Zusätzlich verweist die EIA auf die außergewöhnlich angespannte Situation bei Diesel. Die knappe Versorgung mit Destillaten erhöht den Rohölbedarf der Raffinerien und trägt damit ebenfalls zum Preisdruck bei. 

Trotz der deutlich nach oben korrigierten Prognose geht die EIA nicht davon aus, dass Rohöl dauerhaft auf dem derzeit hohen Niveau bleibt. Im Verlauf des kommenden Jahres soll sich die Versorgungslage schrittweise verbessern.

Die Behörde geht davon aus, dass alternative Exportwege, zusätzliche Pipelinekapazitäten und Ship-to-Ship-Transfers dazu beitragen werden, ausgefallene Fördermengen wieder stärker auf den Weltmarkt zu bringen. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2027 soll ein Großteil der Produktion in der Region wieder das Niveau vor dem Konflikt erreichen. 

Entsprechend erwartet die EIA für Brent im zweiten Quartal 2027 noch durchschnittlich 87 Dollar je Barrel. Bis zum vierten Quartal 2027 könnte der Preis anschließend auf durchschnittlich 74 Dollar je Barrel zurückgehen. Für das gesamte Jahr 2027 ergibt sich ein erwarteter Durchschnittspreis von 84 Dollar. 

Für Heizölkunden spricht die neue EIA-Prognose zunächst gegen die Erwartung eines schnellen und kräftigen Rückgangs der Energiepreise. Ein Brent-Preis von durchschnittlich 105 Dollar im vierten Quartal bedeutet ein weiterhin hohes Rohölpreisniveau. Allerdings lässt sich die Entwicklung der Heizölpreise in Deutschland nicht allein aus der Brent-Prognose ableiten. Neben Rohöl spielen unter anderem die Preisentwicklung bei Gasöl und Diesel auf den europäischen Produktmärkten sowie der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar eine wesentliche Rolle. Gerade die von der EIA beschriebene angespannte Lage auf dem internationalen Dieselmarkt ist deshalb für Heizölkunden relevant. Eine Entspannung der Rohölpreise muss nicht automatisch im gleichen Umfang und zum gleichen Zeitpunkt bei den Heizölpreisen ankommen.

Mittelfristig zeichnet die EIA jedoch ein günstigeres Bild: Wenn sich die Ölversorgung im Laufe des Jahres 2027 tatsächlich normalisiert und die weltweiten Lagerbestände wieder aufgebaut werden können, dürfte der Preisdruck am Rohölmarkt nachlassen. 

Die Unsicherheit bleibt allerdings hoch. Die EIA weist ausdrücklich darauf hin, dass die Konflikte im Nahen Osten zu stärkeren kurzfristigen Schwankungen der Rohölpreise führen können, als die eigentliche Preisprognose erkennen lässt.

Stand: 9. Oktober 2026

Quelle: U.S. Energy Information Administration, Short-Term Energy Outlook, Oktober 2026. Die Prognose wurde am 1. Oktober 2026 abgeschlossen und am 6. Oktober veröffentlicht.  [eia.gov]

Zurück zur Übersicht